Eigener Minecraft Server auf dem Raspberry Pi

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Minecraft Server auf dem Raspberry Pi installierst.

Der Raspberry Pi ist ein Einplatinen-Computer, der mittlerweile in der 4. Generation erhältlich ist. Er ist kostengünstig und bietet genügend Power, um einen Minecraft Server zu betreiben.

Von der Auswahl der Hardware über die Installation des Betriebssystems bis hin zum Minecraft Server beschreibe ich hier alle notwendigen Schritte ausführlich.

Inhaltsverzeichnis

Raspberry Pi für den Minecraft Server vorbereiten

Raspberry Pi für Minecraft ServerWie eingangs erwähnt ist der Raspberry Pi (Raspi) ein Einplatinen-Computer. Dieser benötigt natürlich auch ein paar weitere Komponenten sowie ein Betriebssystem für den Betrieb. Im ersten Schritt zeige ich dir, welche Version des Raspi und welche zusätzlichen Komponenten ich verwende. Danach geht es an die Einrichtung des Betriebssystems. 

Raspberry Pi Version

Ich habe mich für einen Raspberry Pi der 4. Generation (dies ist derzeit die aktuellste Version) entschieden:

Raspberry Pi 4 Model B

Der Raspberry Pi ist ein Einplatinencomputer und in der verwendeten Version 4 nur 85 x 56 x 16 mm groß. Außerdem ist das Modell von Haus aus wie folgt ausgestattet:

  • 64 bit Quad Core ARM v8 Cortex-A72 @ 1,5 GHz (Broadcom BCM2711 Chipsatz)
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • 2,4 GHz und 5 GHz IEEE 802.11 b/g/n/ac Wireless LAN
  • Bluetooth 5.0 BLE
  • 1x Gigabit Ethernet Anschluss
  • 2x USB 3.0 Anschluss
  • 2x USB 2.0 Anschluss
  • 2x micro HDMI Typ D Anschluss (bis zu 4K@60 Hz Support)
  • MIPI DSI Display Port
  • MIPI CSI Kamera Port
  • Kombinierte 3,5mm 4-Pin Klinkenbuchse für Analog Audio und Composite Video
  • H.265 (4Kp60 Dekodierung) / HEVC
  • H.264 (1080p60 Dekodierung; 1080p30 Enkodierung)
  • OpenGL ES, 3.0 Grafik

Zusätzliche Hardware-Komponenten für den Raspberry Pi

Für die Einrichtung und den Betrieb des Raspberry Pi als Minecraft Server sind noch folgende Hardware-Komponenten notwendig.

Monitor und Tastatur

Für die Einrichtung ist es geschickt, wenn man an den Rapsi einen Monitor (ggf. Adapter von micro HDMI auf HDMI erforderlich) sowie eine USB-Tastatur anschließt. Wenn die Einrichtung abgeschlossen ist, verbindet man sich tendenziell nur noch per SSH mit dem Server. Aber dazu später mehr.

Festplatte (SSD)

Was der Raspberry PI aber in jedem Fall noch benötigt, ist eine Festplatte. Er verfügt über einen SD-Karten-Slot und der Betrieb ist komplett mit einer SD-Karte möglich. Ich habe mich allerdings für die Verwendung einer externen SSD-Festplatte entschieden. Diese wird mit einem USB3-Adapter angeschlossen und bietet gegenüber einer SD-Karte folgende Vorteile:

  • Zuverlässigkeit: SSDs sind der Regel in Bezug auf Datenverlust zuverlässiger als SD-Karten.
  • Geschwindigkeit: Die Lese- und Schreibvorgänge sind bei einer SSD im Gegensatz zu einer SD-Karte in der Regel viel schneller. 
  • Preis: SD-Karten mit hoher Speicherkapazität sind teurer als große SSDs.
  • Lebensdauer: In SSDs sind keine beweglichen Teile verbaut. Somit sind sie weniger anfällig für Schäden durch Stöße oder Vibration.

Netzteil und Gehäuse

Zu guter Letzt ist noch ein ausreichend dimensioniertes Netzteil (der Raspberry Pi 4 wird über einen USB-C-Port mit Strom versorgt) und – je nach Geschmack – ein Gehäuse notwendig. Ich habe mich für ein original Rasperry Pi Netzteil sowie ein Gehäuse mit einem Lüfter entschieden. Der Raspi benötigt normalerweise keine Kühlung, aber bei rechenintensiven Anwendungen kann er doch heiß werden und da ist eine aktive Kühlung schon ein Vorteil.

Meine Raspberry Pi Komponenten im Überblick

Für den Minecraft Server auf einem Raspberry Pi verwende ich folgenden Komponenten:

  • Raspberry Pi 4 Modell B (8 GB RAM)
  • Original Raspberry Pi USB-C-Netzteil
  • 52Pi Gehäuse mit Lüfter
  • StarTech USB 3.0 auf 2.5″ SATA III Festplatten Adapter zum Anschluss der SSD
  • SanDisk 480 GB SSD Plus

Hinweis: Nicht alle USB-Adapter für SSDs sind mit dem Raspberry Pi kompatibel. Sehr hilfreich ist dazu dieser Eintrag im Raspberry Pi Forum.

Betriebssystem auf dem Raspberry Pi installieren 

Um das Betriebssystem auf der SSD zu installieren empfiehlt es sich, den offiziellen Raspberry Pi Imager zu verwenden. Diesen gibt es für Linux, Windows und Mac. Lade dir auf der verlinkten Seite die passende Version herunter und installiere die Software dann.

Wichtig: Verbinde vor dem Starten des Raspberry Pi Imager die SSD über den Adapter mit deinem PC (nicht mit dem Raspi).

Die Software lässt sich sehr einfach bedienen und ist sehr übersichtlich:

Raspberry Pi Imager
Das Betriebssystem wird als Vorbereitung für den Minecraft Server mit dem offiziellen Raspberry Pi Imager auf der SSD installiert.

Folgende Einstellungen müssen vorgenommen werden:

  • Betriebssystem: Ich empfehle dir, das Raspberry Pi OS Lite (64-bit, ohne desktop environment) zu verwenden. Dieses ist für den Raspi optimiert. Du findest die Version unter Raspberry Pi OS (other).
  • SD-Karte: Wähle hier deine SSD aus. Vorsicht bei der Auswahl. Achte darauf, dass du wirklich den passenden Eintrag auswählst, um Datenverlust zu vermeiden.

Wichtig: Vor dem Starten der Installation solltest du unbedingt noch weitere Einstellungen vornehmen. Dies spart dir einiges an Konfigurations-Aufwand im Nachgang. Der Vorteil ist nämlich, dass der Imager bestimmte Konfigurationen bereits vornehmen kann, welche du ansonsten nachträglich manuell machen musst.

Ich empfehle dir folgende Einstellungen (der Dialog lässt sich über das Zahnrad-Icon öffnen):

  • Hostname: Vergebe hier einen Namen deiner Wahl. Über diesen kannst du den Server später in deinem Netzwerk erreichbar machen.
  • SSH aktivieren: Secure Shell sollte auf jeden Fall aktiviert werden, damit du dich von deinem PC ohne Monitor und Tastatur mit dem Raspi verbinden kannst. Wenn du dich mit SSH auskennst, kannst du hier Authentifizierung via Public-Key auswählen, ansonsten empfehle ich dir die Einstellung Passwort zur Authentifizierung verwenden bestehen zu lassen.
  • Benutzername und Passwort setzen: Vergebe hier einen Benutzernamen und ein Passwort für deinen Server (gut merken!). Diese Daten benötigst du, um dich am Server anzumelden und diesen zu konfigurieren.
  • Wifi einrichten: Wenn du den Raspi per Wifi in dein Netzwerk einbinden möchtest, musst du dies hier entsprechend konfigurieren. Ich empfehle dir allerdings den Anschluss per LAN-Kabel.
  • Spracheinstellungen festlegen: Setze hier die Zeitzone auf Europe/Berlin und das Tastaturlayout auf de. Wenn du das Tastaturlayout nicht anpasst, werden einige Tasten auf deiner Tastatur vertauscht sein. Ein typisches Beispiel ist, dass beim amerikanischen und deutschen Tastaturlayout die Buchstaben z und y vertauscht sind.
  • Dauerhafte Einstellungen: Diese Einstellungen würde ich so belassen. Sofern du Telemetry aktivieren angehakt lässt, sendet das Betriebsystem automatisch Pings zur Raspberry Pi Foundation zu Statisik-Zwecken. Diese Daten sind Teil dieser Statisik.

Wenn du alles konfiguriert hast, kannst du die Installation über den Button Schreiben starten. Der Schreibvorgang kann einige Minuten dauern. Wichtig ist, dass die SSD nicht vom PC getrennt wird.

Wenn die Installation des Betriebssystems abgeschlossen ist – der Raspberry Pi Imager weist dich darauf hin – kannst du die SSD von deinem PC trennen und an deinen Raspberry Pi anschließen.

Der erste Start

Raspberry Pi mit SSDNachdem das Betriebssystem auf der SSD installiert ist, kann der erste Start des Rapsberry Pi erfolgen. Hierzu muss die SSD mit dem USB-Adapter angeschlossen sein. Außerdem sollte der Monitor sowie die USB Tastatur angeschlossen werden.

Wichtig: Für die SSD bzw. den Adapter sollte einer der beiden USB3-Anschlüsse verwendet werden.

Nachdem das Netzteil angesteckt wurde, startet der Computer und führt selbstständig noch weitere Konfigurationsschritte durch. Diese laufen automatisch ab und es werden auch Downloads durchgeführt. Darum sollte die WLAN-Verbindung auch bereits konfiguriert oder ein LAN-Kabel angeschlossen sein. Dieser Vorgang sollte nicht unterbrochen werden. 

Nach Abschluss der Initialisierung kannst du dich mit deinen Benutzerdaten anmelden. Je nachdem, welchen Servernamen du bei der Installation des Betriebssystems angegeben hast, siehst du nun einen Prompt für die Anmeldung. Melde dich hier mit deinem im Raspberry Pi Imager vergebenen Benutzernamen und Passwort an

IP-Adresse des Minecraft Servers

Mit folgendem Befehl kannst Du die IP-Adresse des Raspberry Pi herausfinden:

				
					ifconfig
				
			

Unter eth0 -> inet siehst du die IP-Addresse, welche von deinem Router (z. B: Fritz!Box)  automatisch zugewiesen worden ist (In meinem Fall 192.168.10.69). Diese Adresse ist wichtig, denn darüber kann der Minecraft Client den Server erreichen.

IP-Adresse unter Linux mit ifconfig anzeigen
IP-Adresse unter Linux mit ifconfig anzeigen

Da die IP-Adresse allerdings i. d. R. vom DHCP-Server deines Routers automatisch zugewiesen worden ist, kann sie sich nach einem Neustart der Routers oder des Raspberry Pi ändern. Das passiert eher selten, da die meisten Router den gleichen Geräten immer wieder die gleiche IP-Adresse zuweisen. Aber wenn sie sich mal ändern sollte, ist es lästig. Darum empfehle ich dir, deinem Minecraft Server eine feste IP-Adresse zuzuweisen. Dies würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Raspberry Pi OS Updates einspielen

Die einzelnen Pakete des Betriebssystems werden laufend weiterentwickelt. Darum ist es wichtig, regelmäßig Updates einzuspielen. Auch nach einer Neuinstallation kann sich der Stand einzelner Softwarepakete schon wieder geändert haben. Darum solltest du jetzt ein Upgrade des Raspberry Pi OS durch das Ausführen dieser beiden Befehle starten:

				
					sudo apt update
sudo apt upgrade
				
			

sudo apt update aktualisiert die Paketquellen, d. h. es werden die Informationen zu den verfügbaren Paketen akualisiert. sudo apt upgrade bringt dann die installierten Pakete auf den aktuellen Stand.

Die Aktualisierung muss dann noch durch Eingabe von einem großen Y gefolgt durch Enter bestätigt werden.

Da es sich hierbei um eine Systembefehle handelt, ist es wichtig dem eigentlich auszuführenden Befehl sudo voranzustellen. Ansonsten hast du keine Berechtigung, den Befehl auszuführen. Das liegt vereinfach erklärt daran, dass du mit deinem eigenen Benutzer keine umfassenden Rechte (Root-Rechte) auf dem System hast. Das ist ein Standard, der aus Sicherheitsgründen verwendet wird.

Hinweis: Wenn du zum ersten Mal in einer Sitzung den Befehl sudo verwendest, musst du dein Passwort erneut eingeben.

Linux apt upgrade
Betriebssystem Upgrade mit apt

Java installieren

Damit der Minecraft Server ausgeführt werden kann, muss Java zur Verfügung stehen. Es ist i.d.R. mindestens Java 17 erforderlich. Wir installieren also ein passendes openJDK über den Paketmanager:

				
					sudo apt install openjdk-17-jre
				
			

Die Ausgabe nach dem Absetzen des Befehls sollte dann ähnlich wie folgt aussehen:

Java Installation auf einem Raspberry Pi für einen Minecraft Server
Java Installation auf einem Raspberry Pi für einen Minecraft Server

Die Installation muss dann wieder bestätigt werden.

Minecraft Server auf dem Raspberry Pi installieren

Im letzten Schritt wird nun der Minecraft Server selbst installiert. Ich empfehle einen Minecraft Paper Server. Dieser ist gegenüber dem Vanilla Minecraft Server Performance-optimiert und erlaubt auch das Installieren von Minecraft Plugins. Das Vorgehen ist aber bei anderen Minecraft Server Versionen ähnlich.

Per SSH mit dem Raspberry Pi verbinden

Für das weitere Vorgehen nutzen wir nicht mehr den angeschlossenen Monitor und die Tastatur, sondern verbinden uns per ssh mit dem Raspberry Pi. Der Minecraft Server kann zukünftig komplett über diesen Weg administriert werden.

Der ssh-Befehl steht sowohl unter Windows, als auch unter Linux und Mac zur Verfügung. Unter Windows rufst Du ihn in der Eingabeaufforderung ein (Suche nach “cmd”) und unter Linux in der Konsole:

				
					ssh benutzername@ip-adresse
				
			

Bei diesem Befehl musst du deine eigenen Daten verwenden. D. h. vor dem @-Zeichen musst du wieder deinen Benutzernamen vom Raspberry Pi angeben und dahinter die IP-Adresse. Bei mir sieht das dann so aus:

				
					ssh minetekki@192.168.10.59
				
			

Wenn du den Befehl abgesetzt hast, kannst du dich wieder mit deinen Benutzerdaten anmelden. Es verhält sich dann im Grunde genauso, als wenn du mit Monitor und Tastatur arbeitest. Nur das diese jetzt nicht mehr benötigst.

Vorbereitungen für die Minecraft Server Installation

Als Erstes sollte ein eigenes Verzeichnis angelegt werden, indem der Minecraft Server installiert wird. Ein Linux-System hat eine feste Verzeichnisstruktur und für Programme, die nicht über das System selbst installiert werden, ist der Order /opt vorgesehen. Eine Erklärung der Linux-Verzeichnisstruktur findest du hier.

Mit den folgenden Befehlen legst du einen passenden Ordner an und wechselst in diesen:

				
					sudo mkdir /opt/minecraft-server
cd /opt
sudo chown benutzername:benutzername minecraft-server
cd minecraft-server
				
			
  • (1): Mit diesem Befehl legst du unterhalb von /opt das Verzeichnis minecraft-server an. /opt ist ein Systemverzeichnis. Um darin den Ordner anlegen zu können, muss sudo verwendet werden.
  • (2) Dieser Befehl wechselt in den Ordner /opt.
  • (3) Damit du zukünftig deinen Minecraft-Server ohne sudo starten kannst, setzt du mit diesem Befehl die Besitzrechte des neuen Orderns auf deinen Benutzer. Ersetze in diesem Schritt unbedingt benutzername mit deinem Linux Benutzernamen. Diesen hast du bei der Installation festgelegt.
  • (4) Hiermit wechselst du in das Verzeichnis minecraft-server.

Minecraft Server herunterladen

Als nächsten Schritt laden wir den Minecraft Server herunter. Damit wir die Datei nicht extra vom PC auf den Raspberry Pi kopieren müssen nutzen wir einen Linux-Befehl für den Download.

Hierzu müssen wir uns zunächst den Link zur Server-Datei kopieren und gehen dazu auf die Minecraft Paper Download Seite unter Minecraft Paper Server Download. Der blaue Button startet den Download. Wenn du aber mit der Maus auf den Button zeigst, siehst du den Link. Diesen Link kopierst du und ersetzt damit download_link im folgenden Befehl:

				
					wget download_link -O server.jar
				
			

Der Parameter -O server.jar führt dazu, dass die Datei immer als server.jar und nicht mit dem originalen Dateinamen gespeichert wird. Dann ist die Handhabung (auch bei Updates) später einfacher.

In meinem Fall sieht der Download so aus:

Minecraft Server Download mit wget
Minecraft Server Download mit wget

Der erste Start des Minecraft Servers

Nachdem du die Server-Datei erfolgreich heruntergeladen hast, kannst du auch schon den Server starten. 

Du befindest dich jetzt immer noch im Verzeichnis, in dem die .jar-Datei des Minecraft Servers liegt (/opt/minecraft-server). Jetzt kannst du den Server mit folgendem Befehl starten:

				
					java -Xmx2G -Xms2G -jar server.jar nogui
				
			

Erklärung des Befehls:

  • java: Es soll Java ausgeführt werden.
  • -Xmx2G: Für die Ausführung des Minecraft Server wird festgelegt, dass maximal 2 GB Arbeitsspeicher verwendet werden können.
  • -Xms2G: Für die Ausführung des Minecraft Server werden 2 GB Arbeitsspeicher reserviert.
  • -jar: Das auszuführende Java-Programm liegt in Form einer jar-Datei vor.
  • server.jar: Dateiname des Servers.
  • nogui: Es soll keine grafische Oberfläche gestartet werden. Wir sind ja auf einem Linux Server.

Je nach Verwendung kann die maximale Nutzung und die Reservierung des Arbeitsspeichers noch angepasst werden. Dies ist aber jetzt erst einmal nicht notwendig.

Es werden nun automatisch weitere Downloads ausgeführt. Danach bricht der Start mit folgenden Fehler-meldungen ab:

Erster Start vom Minecraft Paper Server
Erster Start vom Minecraft Paper Server

Fehlende Bibliothek jansi

Der Fehler Failed to load native library:jansi-2.4.0-29c47045b49bc9d0-libjansi.so. osinfo: Linux/arm ist für die Ausführung des Minecraft Servers nicht kritisch. Die Bibliothek jansi steht auf dem installierten OS nicht zur Verfügung, wird aber auch nicht zwingend benötigt.

Minecraft Eula (Endbenutzer-Lizenzvertrag) bestätigen

Zwingend notwendig dagegen ist deine Zustimmung zum Endbenutzer-Lizenzvertrags (Eula). Da es beim Minecraft Server keine grafische Oberfläche gibt, muss diese Zustimmung in der Datei eula.txt gegeben werden. Diese Datei wird auch automatisch angelegt, muss aber angepasst werden. 

Du kannst die Datei nun mit einem Text-Editor deiner Wahl (z. B. nano oder vi) editieren. Noch einfacher funktioniert das ganze aber mit folgendem Befehl:

				
					echo "eula=true" > eula.txt
				
			

Damit wird einfach eine neuen Datei namens eula.txt geschrieben. Diese hat den Inhalt eula=true. Und genau das ist die Zustimmung zum Lizenzvertrag. Vorher stand in dieser Datei nämlich eula=false.

Jetzt kannst du den Minecraft Server erneut mit dem oben gezeigten Befehl starten. Nun sollte der Startvorgang erfolgreich durchlaufen. Der Minecraft Server ist gestartet, wenn Du folgendes Ausgabe in der Konsole siehst: 

				
					[22:53:10 INFO]: Done (79.515s)! For help, type "help"

				
			

Verbindungstest zum Minecraft Server

Nachdem der Server gestartet wurde kannst du den ersten Verbindungstest mit deinem Minecraft Client ausführen. Lege dazu einen neuen Server im Mehrspielermodus hinzu. Weiter oben habe ich dir gezeigt, wie du die IP-Adresse ermittelst, die du angeben musst.

Fazit

In diesem Artikel habe ich dir gezeigt, wie du dir mit einem Raspberry Pi relativ einfach und schnell einen kostengünstigen Minecraft Server aufsetzen kannst. Dieses System ist sicherlich kein High-Performance-System für viele Spieler. Aber für viele Anwendungszwecke ist es ausreichend.

Bist du mit der Anleitung klargekommen? Gab es Punkte, über die du gestolpert bist und weitere Erklärungen benötigst? Lasse mir gerne einen Kommentar da.

Daniel Hillwig
Daniel Hillwig

Hi, mein Name ist Daniel und ich bin Software-Entwickler. Hier schreibe ich über technische Themen zu Minecraft. Seit über 20 Jahren programmiere ich mit Java und liebe Open-Source-Software und Linux.

2 Kommentare zu "Eigener Minecraft Server auf dem Raspberry Pi"

  1. Hey,
    ich habe heute mithilfe dieser Anleitung den Server installiert. Funktioniert soweit auch.
    Meine beiden Jungs kommen im Heimnetz auf den Server rauf und können spielen.
    Wie können wir es nun hinbekommen, das auch deren Freunde von “aussen” auf den Server rauf können?
    Hilfe wäre super.
    Und kann ich den Server mit einer Weboberfläche konfigurieren?

    1. Hi Jörg,

      danke für deinen Kommentar! Es freut mich sehr das es geklappt hat mit der Installation! 🙂

      Um den Minecraft Server aus dem Internet heraus erreichbar zu machen, musst du in deinem Router (z. B. Fritz!Box) ein sogenanntes „Port Forwarding” auf deinen Raspberry Pi einrichten. Darüber kannst du dann einstellen, dass der Port deines Minecraft Servers auch von außerhalb deines privaten Netzwerkes erreichbar ist.

      Außerdem wäre es sinnvoll, dass du – wenn du keine feste IP-Adresse habt – einen dynamischen DNS Dienst nutzt. Darüber kannst du deinen Minecraft-Server dann über eine feste Domain erreichbar machen. Ansonsten erfolgt der Zugriff immer die IP-Adresse, die dein Provider dir zuweist. Und diese ändert sich i.d.R regelmäßig, wenn die Verbindung neu aufgebaut wird.

      Sei dir aber bewusst, dass bei Sicherheitslücken jemand in dein Netzwerk eindringen könnte.

      Es gibt diverse Web Control Panels für den Minecraft Server, z. B. Multicraft.

      Für die genannten Themen (Minecraft Server über das Internet erreichbar machen + Control Panel) kann ich mir gut vorstellen Artikel zu veröffentlichen. Ich kann dir aber leider noch nicht sagen, wann ich dazu Zeit finde.

      Grüße
      Daniel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Wer schreibt hier?

    mineTekki PortraitHi, ich bin Daniel und Software-Entwickler. Zu Minecraft bin ich über meinen Sohn gekommen. Er ist ein leidenschaftlicher Spieler und hat schon viele Welten gebaut. Mittlerweile spielen wir zusammen und programmieren Minecraft Plugins.

  • Alle Inhalte meines Blogs sind keine offiziellen Minecraft-Produkte und stehen in keiner Verbinung zu Mojang.

  • Artikel-Serie

    Minecraft Plugins programmieren lernen

  • mineTekki Minecraft Blog